Unter Kaufsucht versteht man den krankhaften Zwang, meist unnötige Dinge einzukaufen. Darunter leiden mehr Menschen, als man glauben mag. Männer und Frauen können von dieser Krankheit betroffen sein, jedoch ist der Anteil der kaufsüchtigen Frauen höher.

Wie ist der Verlauf der Krankheit?

Alle Betroffenen, die unter dieser Suchtkrankheit leiden, kaufen regelmäßig ein. Typisch dabei ist, dass sie Dinge kaufen, die sie eigentlich nicht benötigen. Untersuchungen zeigten, dass Frauen häufig dazu neigen, Kleidungsstücke und Schuhe einzukaufen, Männer hingegen eher Elektronikartikel. Nichtsdestotrotz sind Kaufsüchtige in der Auswahl der gekauften Artikel eher wahllos. Zu Hause werden die Artikel meist, noch in der Verpackung und mit Etiketten versehen, in den Schrank gelegt und niemals benutzt.

Kaufsüchtigen geht es darum, einen Zwang zu befriedigen. Durch den Akt des Kaufens können sie ihre Probleme für diesen Moment vergessen. Während des Kaufens erhalten sie einen regelrechten „Kick“, der sie für kurze Zeit in Hochstimmung versetzt. Zu Hause ist dieses Hochgefühl sofort verflogen und die Betroffenen plagt ein schlechtes Gewissen. Da es sich bei der Kaufsucht um ein zwanghaftes Verhalten handelt, können die Betroffenen nichts gegen diesen Drang tun.

Die Häufigkeit der Kaufattacken nimmt im Lauf der Krankheit zu. Erleidet der Patient am Anfang der Krankheit vielleicht einmal in der Woche den Drang des wahllosen Einkaufens, kann sich dieser im weiteren Verlauf bis auf tägliche, manchmal sogar mehrmals tägliche Einkaufsattacken steigern. Können die Betroffenen zu dem Zeitpunkt, an dem sie den Kaufzwang verspüren nicht einkaufen, leiden sie unter Entzugserscheinungen. Diese äußern sich, ähnlich wie bei anderen Suchterkrankungen, in Symptomen wie Zittern, Schweißausbrüchen oder Unruhezuständen.

Die Krankheit läuft in drei Phasen ab:

In der ersten Phase – auch Gewinnphase genannt – freut der Erkrankte sich tatsächlich über die neu gekauften Artikel. Die erstandene Ware bringt dem Kranken ein Glücksgefühl.

In der zweiten Krankheitsphase

…der Verlustphase -bringt das reine Besitzen eines Artikels dem Betroffenen immer weniger Glücksgefühle. Stattdessen erhält er den „Glückskick“ durch das Aussuchen und Bezahlen des Artikels an der Kasse – also durch den eigentlichen Kaufvorgang. In dieser Phase leiden die Patienten bereits bewusst an der Krankheit. Sie leiden dadurch, dass sie die hohen Geldausgaben bewusst registrieren, die Sucht aber nicht beherrschen können und dem Kaufdrang weiterhin nachgeben.

In der dritten Krankheitsphase

…der Verzweiflungsphase – leiden die Kranken sehr unter ihrer Sucht und auch an ihrer, durch die Krankheit entstandene schwierige finanzielle Situation. Aber viele Kranke gestehen sich selbst in dieser Phase ihre Kaufsucht nicht ein.