Eine der häufigsten Suchtarten ist die Sucht nach Zigaretten, bzw. die Sucht nach Nikotin, denn es ist das Nikotin in den Zigaretten, das zu einer Abhängigkeit führt. Doch oft wird diese Sucht unterschätzt, denn Zigaretten sind relativ leicht zu beschaffen, gehören zu den legalen Drogen, weshalb der Konsum schon oft in jungen Jahren beginnt. Und trotz umfangreicher Aufklärung durch Schulen und Medien steigt die Zahl der Raucher jährlich, vor allem werden die beginnenden Raucher auch immer jünger.

Viele Jugendliche beginnen zu rauchen aus Neugier oder um „cool“ zu sein, weil alle anderen es auch machen und sie dazu gehören wollen. Dass das Rauchen gesundheitliche Schäden hinterlassen kann, interessiert sie dabei meistens nicht. Verständlich, denn als Jugendlicher denkt man nicht an Krankheit oder gar ans Sterben. Doch je früher der Nikotinkonsum beginnt, desto größer ist die Suchtgefahr.

Die Sucht entwickelt sich schleichend und allmählich. Immer öfter braucht man eine Zigarette, immer öfter findet man einen Grund, eine Zigarette zu rauchen: Stress auf der Arbeit/in der Schule, in Gesellschaft, in der Disko, aus Langeweile, etc. Und dann treten Symptome wie Nervosität, Unkonzentriertheit und unruhige Hände auf, die dazu führen, dass der Süchtige wieder zur Zigarette greift. Spätestens ab da ist der Betroffene mitten in der Suchtspirale angekommen und seine Gedanken drehen sich hauptsächlich um die nächste Zigarette.

Durch einen hohen Nikotinkonsum entstehen starke gesundheitliche Risiken: Verengung und Verkalkung der Blutgefäße, welches zu einem Herzinfarkt führen kann, Schädigung der Atemorgane, Krebserkrankungen, vor allem Lungenkrebs oder Kehlkopfkrebs.

Um von einer Nikotinsucht wieder los zu kommen ist eines als allererstes besonders wichtig: der Wille. Ohne den Willen, das Rauchen aufzuhören, ist jeglicher Versuch und jede Hilfe von außen zum Scheitern verurteilt. Hat sich der Süchtige gegen die Sucht und somit für ein gesundes Leben entschieden, sollte er eine Kombination aus Verhaltenstherapie und Nikotinersatz in Anspruch nehmen.
Der erste Schritt führt also zum Hausarzt, der den Patienten dann zu einem geeigneten Therapeuten überweist. Dieser Therapeut entscheidet dann mit dem Patienten zusammen, welcher Weg der für ihn bessere ist: Ein sofortiger kompletter Stopp des Konsums oder eine langsame Reduzierung.

Der Nikotinersatz ist von der Stärke der Sucht abhängig. Es gibt viele Produkte und Wege, von Pflastern und Kaugummis bis hin zu Sprays und Inhalationen. Welches für den Patienten individuell am besten ist, entscheiden Therapeut und Patient gemeinsam.